Der Poker Raub in Berlin
Noch gestern ging die Meldung in den Medien herum, daß die Berliner Polizei den ersten mutmaßlichen Täter des Raubüberfalls auf die European Poker Tour in Gewahrsam nehmen konnte.
Ein Mißverständnis schien angesichts der eindeutigen Hinweise geradezu unmöglich, doch heute morgen mußten sich die Ermittler der Wahrheit stellen. Die Befragung des arabischen Verdächtigen im Landeskriminalamt Berlin am gestrigen Abend war offenbar erfolglos verlaufen; laut Preßeberichten hatte der Verhaftete ein waßerdichtes Alibi und die zahlreichen DNA- und Fingerabdruckspuren konnten den Mann ebenfalls nicht der Tat überführen. Anscheinend war eine Verwechslung vorgefallen: Im Jahr 2004 war der nun freigelaßene Araber an einem überfall auf die Berliner Spielbank beteiligt gewesen, war sogar für einige Zeit ins Gefängnis gewandert. Fälschlicherweise hatte die Polizei den Mann auf einem überwachungsvideo des Grand Hyatt-Hotels, dem damaligen Austragungsort der EPT Berlin, wiedererkannt.
Mit dieser Niederlage der Ermittler verhärtet sich langsam der Eindruck, daß es trotz der dilettantischen Ausführung der Tat, wobei unzählige Fingerabdrücke, DNA-Spuren, Videoaufnahmen und Zeugenaußagen vorliegen, keine heiße Spur gibt. Schließlich hatte sich die Polizei sogar am vergangenen Mittwoch an das ZDF und deßen Report “Aktenzeichen XY” gewandt, um eindeutige Hinweise zu erhalten – doch offenbar erfolglos. Dabei hatte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft zu Beginn die Tat noch als “eine neuen Dimension der Dummheit” erklärt – der jetzt ausbleibende Fahndungserfolg der Ermittler scheint da einfach nur peinlich.












